Anlass für den Besuch der Kommission unter Leitung des Landtagsabgeordneten Dieter Hilser war der Wunsch der Stadt Marl, der Arbeitsgemeinschaft für weitere sieben Jahre anzugehören. Marl gehört zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft und war von der Geschäftsstelle der AGFS ermuntert worden, sich für eine weitere Mitgliedschaft zu bewerben.
Von der Fahrradstation in Sinsen bis zum Rathaus
Marls 1. Beigeordnete und stellvertretende Baudezernentin Dr. Barbara Duka begrüßte die Mitglieder der Auswahlkommission in der Fahrradstation am Bahnhof Marl-Sinsen. Von dort aus ging es unter der Tourenführung von Verkehrsplaner Udo Lutz und in Begleitung weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung durch den Nonnenbusch nach Hüls-Süd, zur umgestalteten Bergstraße mit dem neuen Radweg in Hüls und vor dort weiter ins Stadtzentrum zum Rathaus.
Förderung des Radverkehrs
Im Rathaus gab Verkehrsplaner Udo Lutz den Kommissionsmitgliedern einen Überblick über das vielfältige Engagement der Stadt Marl zur Förderung des Radverkehrs, von der Anbringung von Schutzstreifen auf den Fahrbahnen über Fahrradtrainings für Schüler bis zu gemeinsamen Aufklärungsaktionen mit der Polizei über die Gefahren des Musikhörens per Kopfhörer beim Radfahren.
Bürgermeister stellt sich Fragen
Bürgermeister Werner Arndt stellte sich bei der abschließenden Erörterung im Rathaus den kritischen Fragen der Auswahlkommission. Er machte dabei deutlich, dass Marl sich als Stärkungspaktkommune aus finanziellen Gründen keine Sonderprogramme für den Bau und die Erhaltung von Radwegen leisten könne, bei geplanten Baumaßnahmen aber „den Blick gezielt auf Rad- und Fußwege richtet". So werde die Stadt im kommenden Jahr die Breddenkamp- und die Heisterkampstraße mit öffentlichen Fördermitteln umgestalten und dabei jeweils neue Rad- und Fußwege anlegen. Außerdem sei es gelungen, von der Deutschen Bahn mehrere Grundstücke im Bereich des Bahnhofs Marl-Sinsen zu erwerben und damit auch die Fahrradstation langfristig zu sichern.
Entwicklung eines Radwegevorbehaltsnetz
Darüber hinaus habe die Stadtverwaltung ein Radwegevorbehaltsnetz entwickelt mit dem Ziel, den Erhalt der wichtigsten Radwege zu sichern und eine Prioritätenliste für die gezielte Weiterentwicklung des Radwegenetzes zu erstellen. Dafür nehme man gern die Anregungen der Auswahlkommission auf. „Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten das Beste tun, um weiterhin fahrradfreundlich zu sein", versicherte Werner Arndt den Kommissionsmitgliedern.
Entscheidung im Dezember
Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Entscheidung über die weitere Zugehörigkeit der Stadt Marl zur AGFS Anfang Dezember fallen wird.