Demokratisches Bauen und Museumsarchitektur
An zwei Abenden stehen zunächst grundsätzliche Fragen des demokratischen Bauens und anschließend die besondere Bauaufgabe Museum im Fokus. Den Auftakt macht am Dienstag, 28. April, von 18.30 bis 20 Uhr der Historiker und Denkmalpfleger Dr. Hans H. Hanke mit seinem Vortrag „Für das Gemeinwohl bauen“. Im Mittelpunkt stehen Ideen des demokratischen Bauens im 20. Jahrhundert. Hanke zeigt, wie Architektur dort demokratisch wird, wo sie nicht Einzelinteressen folgt, sondern soziale Verantwortung übernimmt. Auch öffentliche Räume für Jugend, Kultur und Sport werden als Orte der Teilhabe und demokratischen Bildung in den Blick genommen.
Am Dienstag, 5. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr folgt der Vortrag „Der Weg zum neuen Haus – Kommunale Museumsarchitektur der Nachkriegszeit im Ruhrgebiet“ von Dr. Alexandra Apfelbaum. Die Kunst- und Architekturhistorikerin beleuchtet den Museumsbauboom in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Ruhrgebiet. Kommunen investierten damals in neue kulturelle Infrastrukturen, um den Strukturwandel der Region zu begleiten und ein neues Selbstverständnis zu formulieren. Der Vortrag stellt unterschiedliche architektonische Konzepte vor und fragt, welche kulturellen und politischen Leitbilder kommunale Bauherren leiteten.
Zugleich richtet Apfelbaum den Blick auf die Gegenwart: Viele Museumsbauten der Nachkriegszeit sind heute in die Jahre gekommen, manche blieben unvollendet oder entsprechen nicht mehr aktuellen Anforderungen. Der Vortrag fragt, wie ihre Qualitäten bewahrt und zugleich energetische, funktionale und denkmalpflegerische Herausforderungen gelöst werden können. Auch das Projekt Marschall 66 in Marl zeigt, dass diese Fragen bis heute aktuell sind. Beide Vorträge finden in der insel-VHS (Wiesenstraße 22, Raum P1) statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist möglich unter Tel. 02365 / 99-4299 oder online unter www.vhs-marl.de
Zu den Referenten:
Dr. Hans H. Hanke war von 1992 bis 2022 wissenschaftlicher Referent der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Seit 1995 lehrt er Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum und hat zahlreiche Publikationen zu Architektur und Städtebau im Ruhrgebiet veröffentlicht.
Dr. Alexandra Apfelbaum ist promovierte Kunst- und Architekturhistorikerin. Sie arbeitet seit 2009 als freiberufliche Autorin, Herausgeberin, Kuratorin und Architekturvermittlerin und lehrt derzeit Architekturtheorie an der TH Köln. Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsvorsitzende der Initiative Ruhrmoderne, die sich für den Erhalt und die Weiternutzung der Nachkriegsarchitektur im Ruhrgebiet engagiert.