Stadtteilkonferenz zeigt Perspektiven für Marl-Mitte

Große Bauprojekte, neue Freiräume, Sicherheit und Ordnung sowie ganz praktische Fragen des Alltags: Bei der ersten Stadtteilkonferenz „Gemeinsam für Marl-Mitte“ ging es am Dienstag um vieles, was die Stadtmitte heute und in den kommenden Jahren prägt. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung von Bürgermeister Thomas Terhorst in die Mensa der Willy-Brandt-Gesamtschule, informierten sich aus erster Hand und brachten ihre Sicht auf den Stadtteil ein.

Aktuelle Entwicklungen

Die Verwaltung stellte am Abend aktuelle Entwicklungen für den Stadtteil vor, beantwortete Fragen und nahm Hinweise aus der Bürgerschaft auf. „Das war ein sehr guter Auftakt für unser neues Format „Gemeinsam für…“ – dem Format unserer nun regelmäßig stattfindenden Stadtteilkonferenzen: direkt, offen und nah an den Themen, die viele Menschen in Marl-Mitte bewegen. Wir wollen nicht nur über Stadtentwicklung sprechen, sondern mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam gestalten. Marl-Mitte steht vor wichtigen Veränderungen, und genau deshalb ist der Austausch vor Ort so wichtig. Die Resonanz zeigt, dass wir mit dem Format richtig liegen.“

Marschall 66 läuft auf Hochtouren

Zu den großen Projekten zählt Marschall 66. Das kulturelle Begegnungs- und Erlebniszentrum soll Zentralbibliothek, Skulpturenmuseum sowie Angebote von insel-VHS und Musikschule zusammenführen und zugleich Raum für Veranstaltungen und Aufenthalt bieten. Mit dem Leitprojekt soll ein sogenannter „Dritter Ort“ geschaffen werden, an dem kommunale Einrichtungen kultureller Bildung in unmittelbarer Nähe des Grimme-Instituts zusammenwirken. „Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Wenn alles reibungslos läuft, können wir die Maßnahme zum 31. Dezember fertigstellen“, erklärte Claas Frein, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement.

Status quo bei der Rathaussanierung

Auch die Rathaussanierung war ein Thema. Vorgestellt wurden der Stand der Arbeiten im Zentralgebäude und in den Rathaustürmen sowie die nächsten Schritte. Beim zweiten Bauabschnitt, der den Sitzungstrakt des Rathauses umfasst, ist aktuell noch ein wenig Geduld gefordert. Claas Frein: „Aufgrund der aktuellen Sperrung des Sitzungstraktes ruhen die baulichen Aktivitäten in diesem Bereich temporär.“ Die Gesamtkostenprognose liegt derzeit bei knapp 154 Millionen Euro. Nach aktueller Planung soll Turm I im April 2027, Turm II im Mai 2028 und das Zentralgebäude im August 2028 baulich fertiggestellt werden.

Aufwertung der Freiräume

Ein weiterer Schwerpunkt war die Aufwertung der Freiräume in der Stadtmitte. Friedenspark, Creiler Platz, der Vorplatz des Marler Sterns und die Außenanlagen von Marschall 66 sollen künftig stärker miteinander verknüpft werden. Geplant sind unter anderem barrierefreie Zugänge, klare Wegeführungen, neue Verweil- und Gedenkorte sowie ein Platz der Kinderrechte. Beim denkmalgeschützten Creiler Platz stehen ein barrierefreier Bodenbelag, der respektvolle Umgang mit prägenden Elementen wie Wasserbecken, Uhr, Stelen, Bänken und Pflanzbeeten und nicht zuletzt die Anbindung an den Marler Stern im Fokus.

Verbesserungen im alltäglichen Leben

Neben den großen Stadtentwicklungsprojekten ging es in der Konferenz um Verbesserungen im alltäglichen Leben der Menschen. Im Bereich Sicherheit und Ordnung stellte Dezernent Thomas Richter unter anderem die eigene Dienstgruppe für Marl-Mitte, mobile Sprechstunden, gemeinsame Streifen mit Polizei und Vestischer sowie den Ausblick auf einen örtlichen Präventionsrat vor. „Wir wollen mehr Präsenz im Quartier, feste Ansprechpartner und einen engeren Austausch mit der Bürgerschaft vor Ort.“

Herausforderungen in Wohnanlagen

Auf der Tagesordnung standen zudem Herausforderungen in Wohnanlagen: Verwaltung und Bürger diskutierten über Mülltrennung, Sprachbarrieren, bessere Information und regelmäßige Sichtprüfungen. Die Stadt will gemeinsam mit Hausverwaltungen und weiteren Akteuren pragmatische Lösungen weiterentwickeln. Vorgestellt wurden zudem kleinere, aber wichtige Projekte für Mobilität und Infrastruktur. Drei Gehwegbrücken in Marl-Mitte – darunter die Brücke Herzlia-Allee/Pommernstraße, die Brücke Hervester Straße/Stadtkern und die Forumsplatte – sollen grundhaft erneuert und für die Radverkehrsnutzung ertüchtigt werden.

Angebot der Jugendhilfe

Außerdem kam das JuB Café, ein niedrigschwelliges Jugend- und Berufscafé, zur Sprache. Es verbindet Angebote der Jugendhilfe, des Jobcenters und der Arbeitsagentur. Nach dem „Jugendtreff auf Zeit“ im Marler Stern ist für den Spätherbst eine Neuauflage geplant – zunächst als eintägige Variante für Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule. Bei Erfolg soll das Angebot weiteren Schulen offenstehen.

Ruhestörungen und Parken

Auch konkrete Hinweise aus der Bürgerschaft nahm die Verwaltung auf. Angesprochen wurden unter anderem Ruhestörungen und gefährliches Fahrverhalten durch Auto- und Motorradfahrer im Bereich der Adolf-Grimme-Straße. Zudem wurde die Parksituation rund um den Marler Stern thematisiert. Dabei gab es Lob für die Entwicklungsperspektiven, zugleich aber auch kritische Nachfragen zu möglichen wegfallenden Stellplätzen und Parkflächen.

Raum für direkten Austausch

Die positive Resonanz vieler Teilnehmender machte deutlich: Das neue Format bietet Raum für direkten Austausch. „Die erste Stadtteilkonferenz hat gezeigt, wie viel sich in Marl-Mitte bewegt“, sagte Bürgermeister Thomas Terhorst. Wir haben über große Zukunftsprojekte bis zu ganz konkreten Anliegen aus dem Alltag der Menschen gesprochen und diskutiert. Wichtig ist mir: Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger nehmen wir mit in die weitere Arbeit. Der Auftakt hat gezeigt, dass dieses Format ankommt. Deshalb setzen wir die Reihe im Herbst in Hüls fort.“

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Rund 100 Bürger folgten der Einladung von Bürgermeister Thomas Terhorst in die Mensa der Willy-Brandt-Gesamtschule. Sie informierten sich aus erster Hand und brachten ihre Sicht auf den Stadtteil ein.

Bürgermeister Thomas Terhorst: "Der Auftakt hat gezeigt, dass dieses Format ankommt. Deshalb setzen wir die Reihe im Herbst in Hüls fort."

Auch die Rathaussanierung war ein Thema. Claas Frein, Leiter des Amtes für Gebäudemanagement, stellte den Status quo dar.

Bürgerin Ursula Krehut (re.) sprach bei der Konferenz unter anderem über Müllprobleme. Fotos: Stadt Marl / Pressestelle