Vor-Ort-Termin mit Umweltausschuss
Am Montag werden die Mitglieder des Umweltausschusses bei einem Vor-Ort-Termin über die optimierten Waldarbeiten informiert. „Nach wie vor besteht ein fachlich begründeter Bedarf für Baumfällungen entlang der Wegetrassen. Diese sind aus Gründen der Verkehrssicherung sowie für die Grundsanierung der Wege notwendig“, erklärt die Technische Dezernentin Andrea Baudek. Laut Verwaltung müssen die Wege dauerhaft tragfähig sein, auch für Rettungs- und Arbeitsfahrzeuge. Dafür ist ein stabiler Unterbau erforderlich. Eingriffe in Wurzelbereiche oder schräg stehende Baumteile lassen sich dabei nicht vollständig vermeiden. Zudem ist ausreichend Lichteinfall entlang der künftigen Hauptwege notwendig, um diese im feuchten Umfeld des Parks langfristig nutzbar zu halten. Auch die Entnahmen am Teichufer bleiben erforderlich, um den Laubeintrag zu reduzieren und die ökologische Gesundheit des Gewässers zu sichern.
Wege sind stark verdichtet
Für die Arbeiten entlang der bestehenden Wege ist der Einsatz schwerer Fahrzeuge und eines Harvesters notwendig. „Diese Wege sind durch jahrzehntelange Nutzung bereits stark verdichtet. Eine zusätzliche Belastung für den Waldboden ist hier nicht zu erwarten“, sagt Vivien Wiers, Leiterin des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Anders stellt sich die Situation abseits der Wege dar: Aufgrund der für den Winter ungewöhnlich warmen und niederschlagsreichen Witterung ist der Waldboden derzeit stark durchnässt und weich. Daher hat die Stadt entschieden, zunächst die Baumfällungen zurückzustellen, die lediglich über zusätzliche Rückegassen erreichbar wären. So wird eine Befahrung empfindlicher Waldbereiche vermieden.
Keine Fällungen im Norden
Wie die Stadt weiter mitteilt, bleibt der nördliche Waldbereich weiterhin vollständig von Fällungen ausgenommen. Er ist als Ruhezone vorgesehen. Die dort vorhandenen Wege werden im zweiten Bauabschnitt zurückgebaut. Dieser Bereich soll sich selbst überlassen werden, um eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen. „Wir nehmen die aktuellen Bedingungen sehr ernst und handeln verantwortungsvoll“, so Vivien Wiers. „Die Anpassung der Planung zeigt, dass Naturschutz und notwendige Infrastrukturmaßnahmen kein Widerspruch sein müssen, wenn fachlich sauber und umsichtig vorgegangen wird.“
“Maßnahme ist nach wie vor richtig”
Auch der Zentrale Betriebshof unterstützt das angepasste Vorgehen. Leiter Michael Lauche, dessen Team für die Umsetzung verantwortlich ist, betont: „Die waldwirtschaftliche Maßnahme ist nach wie vor richtig und notwendig. Wir verändern jedoch bewusst die Umsetzung und reduzieren damit den Eingriff in die bestehende Struktur. In geeigneten Bereichen, etwa am Teich, wollen wir künftig gezielt Sträucher und standortgerechte Pflanzen setzen. Sie steigern den ökologischen Nutzen und schaffen neue Brut- und Nistmöglichkeiten. Bäume, die aktuell nicht über die Wege erreichbar sind, können zu einem späteren Zeitpunkt mit alternativen forstlichen Methoden bearbeitet werden.“
Volkspark wird Klimapark
Die bevorstehende Durchforstung ist ein zentraler Bestandteil der nachhaltigen Transformation des Volksparks zum Klimapark. Die einzelnen Maßnahmen bilden die Grundlage für eine langfristige Nutzung, ökologische Aufwertung und zukunftsfähige Entwicklung der Grünanlage.
