Stadt beginnt mit Waldarbeiten im Volkspark

Der Winter ist die wichtigste Zeit für die Waldpflege. Daher hat die Stadt seit kurzem mit der Durchforstung auf 5,3 Hektar im Volkspark begonnen. Unterstützt wird sie dabei vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Vertreter der Verwaltung informierten Mitglieder des NABU jetzt über die Maßnahme bei einem Ortstermin in Alt-Marl. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Februar rechtzeitig vor Beginn der Nist- und Brutzeit von Vögeln abgeschlossen.

Naturnaher Mischwald entsteht

Die Arbeiten sind dringend notwendig, um die Stabilität, Vitalität und Klimaanpassung des Waldes im Volkspark langfristig zu sichern. „Dabei werden wir gezielt Bäume entnehmen, um ausgewählten Zukunftsbäumen mehr Licht und Raum zu geben“, erklärte Michael Lauche, Leiter des Zentralen Betriebshofes. Laut Stadt entsteht so ein strukturreicher, naturnaher Mischwald, der widerstandsfähiger gegen Klimafolgen ist und Lebensraum für viele Arten bietet. Gleichzeitig werden geschädigte und instabile Bäume entfernt, insbesondere entlang der Wege, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Wegesperrungen möglich

„Die Arbeiten finden bewusst im Winter statt“, betonte Michael Lauche. „Laublose Bäume ermöglichen bessere Sicht, und Schäden am verbleibenden Bestand werden minimiert.“ Während der Maßnahmen könne es aus Sicherheitsgründen ab und an zu Wegesperrungen kommen. Diese seien unbedingt zu beachten, da in den Arbeitsbereichen Lebensgefahr bestehe. Wie der Betriebsleiter mitteilte, werden gefällte Stämme über festgelegte Rückegassen abtransportiert, um den Waldboden zu schonen. Lauche: „Das gewonnene Holz wird als nachhaltiger, heimischer Rohstoff genutzt und leistet einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung.“

Klimaangepasste Baumarten

Die Stadt will vor allem lichtbedürftigen Baumarten wie Eichen und Ahorn Raum zum Wachsen geben. „Die verschiedenen Laubbaumarten und Strukturen bilden einen wichtigen Baustein hin zu klimafitten Wäldern“, so Lauche weiter. Ausgewählte Bäume werden behutsam freigestellt, während konkurrierende „Bedränger“ entnommen werden. So entstehen Licht und Raum für Naturverjüngung sowie für aktiv gepflanzte, standortgerechte und klimaangepasste Baumarten. „Ziel ist ein strukturreicher, stufiger Mischwald. Alt neben jung, groß neben klein, dick neben dünn“, erläuterte Lauche.

Wald soll verjüngt werden

Wie berichtet soll der Volkspark zum ökologischen Klimapark umgestaltet werden. Dabei ist vorgesehen, den bestehenden Wald zu verjüngen. „Wir haben zuletzt vor allem im alten Stadion zahlreiche junge Bäume gepflanzt“, informierte die Technische Dezernentin Andrea Baudek. Diese hätten sich seither gut entwickelt. „In den nächsten Jahren dürften im Volkspark weitere Bäume von selbst heranwachsen“, so Baudek, „was zur Bildung des gewünschten Mischwalds beiträgt.“ Aber: Auch jetzt müssen kranke Bäume entfernt werden, die in dem öffentlich zugänglichen Gebiet ein Sicherheitsrisiko darstellen. Als Ersatz werden einheimische Bäume gepflanzt.

Aktive Waldbewirtschaftung

„Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne“, erklärte Michael Lauche beim Ortstermin mit den NABU-Mitgliedern. Aktive Waldbewirtschaftung gehe nicht gänzlich im Stillen, sondern könne durchaus laut sein, was auch Spaziergänger im Wald bemerkten. „Im Wald zeigt sich aber: Mit gegenseitigem Verständnis einerseits und maßvollem aktiven Wirtschaften andererseits schaffen wir die beste Voraussetzung für eine nachhaltige Nutzung des wertvollen Rohstoffes Holz und für langfristig klimastabile, bunte und zukunftssichere Wälder“, so Lauche.

Zurück

Die Durchforstung im Volkspark dient der Pflege und Entwicklung des Waldes. So soll die Strukturvielfalt weiter gefördert werden. Jetzt lud die Stadt zu einer Ortsbegehung mit dem NABU in Alt-Marl ein. Foto: Stadt Marl / Pressestelle