Das Treffen, das von allen Beteiligten als echter Austausch auf Augenhöhe wahrgenommen wurde, brachte sowohl konkrete Problemlagen als auch kreative Zukunftsideen auf den Tisch.
Sicherheit und Angsträume
Ein zentrales und emotionales Thema der Runde war die persönliche Sicherheit. Die Jugendlichen berichteten offen von eigenen Erfahrungen mit Gewalt und bedrohlichen Situationen im Stadtgebiet. Besonders wer einer eher „alternativen“ Peergroup angehört, sehe sich häufiger mit Einschüchterungen konfrontiert.
Demgegenüber stehen jedoch viele positive Zufluchtsorte: Die Marler Jugendzentren und die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) wurden ausdrücklich als sichere Häfen gelobt. Zudem betonten die Teilnehmenden, dass es in der Stadt immer wieder couragierte Menschen und Gruppen gibt, die in Gefahrensituationen einschreiten. Das KiJuPa regte an, solche solidarischen Strukturen gezielt zu stärken.
Freizeit: Mehr Sichtbarkeit für Angebote
Bei der Freizeitgestaltung zeigten sich die Jugendlichen vielseitig: Sportvereine, Naturerlebnisse, Treffen auf Schulhöfen oder Parks sowie das Training auf den Calisthenics-Anlagen stehen hoch im Kurs. Der Bedarf an kommerziellen Freizeitangeboten ist in der Runde hingegen gering.
Allerdings gibt es aus Sicht der Jugendlichen Optimierungsbedarf bei der Kommunikation und den Rahmenbedingungen. So wäre es für sie erstrebenswert, die Angebote besser in der Öffentlichen darzustellen. Denn viele junge Menschen wissen gar nichts von den Angeboten der Jugendzentren. Hier wurde eine stärkere Vernetzung zwischen Schulen und der OKJA gefordert. Gewünscht wird zudem eine Anpassung der Zeiten in den Freizeiteinrichtungen – idealerweise direkt im Anschluss an den Schulunterricht.
Wertvolles Feedback
Bürgermeister Thomas Terhorst skizzierte Pläne für eine mögliche Stadt-App, in der künftig auch die Angebote der Jugendarbeit beworben werden könnten. Die Jugendlichen lieferten direkt wertvolles Feedback, wie eine solche App für ihre Altersgruppe attraktiv und nützlich wird. Diese reichen von einer Vernetzung untereinander bis hin zu einem Belohnungssystem oder Gewinnspielen, um einen echten Mehrwert zu bieten.
Beeindruckendes Engagement
Bürgermeister Thomas Terhorst zeigte sich sichtlich beeindruckt vom Engagement und der Klarheit der Jugendlichen: „Der Austausch mit dem Kinder- und Jugendparlament hat mir einmal mehr gezeigt, wie genau und differenziert die jungen Menschen unsere Stadt beobachten. Ob es um das wichtige Thema Sicherheit geht oder um digitale Angebote wie unsere geplante App: Wir nehmen die Impulse und auch die Sorgen der Jugendlichen sehr ernst. Nur wenn wir im direkten, ehrlichen Dialog bleiben, können wir Marl gemeinsam zu einer noch lebenswerteren Stadt für alle Generationen machen.“
Pläne für die Zukunft
Auch ganz konkrete Alltagsthemen kamen zur Sprache: So wünschten sich die Jugendlichen zusätzliche Mülleimer im Bereich der „Obstwiese“ in Alt-Marl, insbesondere für die Entsorgung von Hundebeuteln. Damit die besprochenen Themen keine Eintagsfliegen bleiben, vereinbarten der Bürgermeister und das KiJuPa, den Dialog fest zu verankern regelmäßig in den Austausch zu gehen. Vielleicht schon bei einer gemeinsamen Stadt-Rundfahrt, bei der die Jugendlichen dem Bürgermeister „ihr Marl“ direkt vor Ort zeigen möchten.