„Wir möchten die jungen Menschen dabei unterstützen, neue Perspektiven jenseits der gängigen Rollenbilder zu entdecken. So kann der eine oder kann die andere vielleicht auch neue Stärken entdecken und den eigenen Horizont erweitern. Und wir als Stadt beteiligen uns sehr gerne an dem Aktionstag. Schließlich sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fachkräfte von morgen“, sagt Bürgermeister Thomas Terhorst, der sich natürlich nicht nehmen ließ, vor Ort vorbeizuschauen.
20 Mädchen bei der Feuerwehr
Und so konnten fast 20 Mädchen bei der Feuerwehr hineinschnuppern: Worin unterscheiden sich Löschfahrzeuge und Rettungsdienstwagen? Wie viel Wasser rauscht durch einen Schlauch im Brandeinsatz? Wie hoch hinaus geht es mit der Drehleiter. Neben Theorie gab es aber auch eine praktische Übung, bei der ein Unfall simuliert wurde und es zu einem Einsatz kam. Da musste ordentlich mit angepackt werden, nachdem es zuvor zügig die Rutschstange hinuntergegangen war.
Jungen in der Kita
Kaum weniger Action bot für die Jungen der Schnuppertag in den städtischen Kindertagesstätten. Spielen mit den Kleinen statt Chillen und Smartphone waren dort angesagt. Und in der Verwaltung selbst erfuhren die Teilnehmer alles zum Beruf des Verwaltungsfachangestellten – ob Personal oder Ordnungsamt, Amt für Gebäudemanagement oder Arbeit und Soziales oder ZBH – der Einblick war breit gefächert.
Eigene Safari durch den Kreis
Die Safari durch den Kreis Recklinghausen der Gleichstellungsbeauftragten war in sogenannte Quadranten aufgeteilt. Für die Teilnehmerinnen des Segments „Marl, Haltern am See und Dorsten“ ging es zu den Unternehmen Ramsys GmbH (Ingenieurunternehmen), Malerbetrieb Jöhring sowie Baum Zerspanungstechnik, die allesamt jeweils von einer Frau geführt werden.
Vorurteile abbauen
Die Mädchen hatten dabei die Möglichkeit, sich über die Rolle einer Unternehmerin in männlich geprägten Berufen zu informieren. Neben den Zugangsvoraussetzungen für die jeweiligen Berufe erfuhren sie so einiges über eventuelle Hindernisse, Vorurteile, aber auch Chancen. Die Themen reichten vom Unternehmertum an sich, über geschlechtergerechte Bezahlung in einem „Männerberuf“ bis hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zum Abschluss des Tages gab es einen Erfahrungsaustausch mit allen Teilnehmerinnen aus allen Quadranten in Recklinghausen.
Grundsätzlich soll das Projekt „Girls‘Day – Mädchen-Zukunftstag“ dazu beitragen, die Berufschancen von Mädchen in zukunftsträchtigen Berufsfeldern auszubauen, in denen sie bisher unterrepräsentiert sind. Dazu zählen insbesondere (informations-) technologische und naturwissenschaftliche Bereiche sowie handwerkliche Berufen. Letztlich soll dies helfen, die Arbeitsmarkt-, Karriere- sowie Verdienstchancen zu verbessern.
Förderung durchs Bundesministerium
Das Projekt „Boys’Day – Jungen-Zukunftstag“ gibt Jungen die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer immer noch unterrepräsentiert sind, vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich. Durch jungenspezifische Schnupperpraktika, aber auch Workshops, sollen neue Zukunftsoptionen in der Berufs- und Lebensplanung eröffnet sowie Sozialkompetenzen gestärkt werden. Aber auch Rollenklischees sollen an dem Aktionstag hinterfragt werden.
Der Girls‘ Day und Boys‘ Day wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Allgemeine Informationen zum Zukunftstag gibt es auf den offiziellen Aktionshomepages unter: www.boys-day.de oder www.girls-day.de