Bereits am vergangenen Wochenende führten besorgte Meldungen aus der Bevölkerung über gesichtete tote Tiere zu einem ersten schnellen Einsatz. Am gestrigen Montagmittag (6. Juli) begingen Fachkollegen des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit gemeinsam mit Vertretern des ZBH das Areal, um die Lage vor Ort zu sondieren. Zu diesem Zeitpunkt konnte zunächst lediglich eine einzige verendete Ente festgestellt werden. Die installierten Belüftungs- und Umwälzanlagen (die sogenannten „Sprudler“) liefen bereits unter Volllast, und es wurde vorsorglich beschlossen, den Betrieb kurzfristig auf einen permanenten 24-Stunden-Modus umzustellen.
Feuerwehr ist vor Ort
Gegen Montagabend verschärfte sich die Situation im Stadtteich jedoch. Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, nachdem eine Vielzahl toter Enten und Fische an der Wasseroberfläche und im Uferbereich entdeckt worden waren. Die Einsatzkräfte sammelten bisher insgesamt 19 tote Enten sowie ein paar verendete Fische aus dem Teich.
Bezirksregierung informiert
Der Vorfall wurde unverzüglich den zuständigen Kontroll- und Aufsichtsbehörden der Bezirksregierung gemeldet, um das weitere Vorgehen engmaschig abzustimmen. Eine erneute Kontrollbegehung durch das zuständige Amt am Dienstagmorgen ergab, dass aktuell keine weiteren verendeten Tiere mehr zu sehen sind. Als Hauptursache für das plötzliche Umkippen des biologischen Gleichgewichts gilt die seit Wochen anhaltende, extreme Hitzeperiode.
Sauerstoffaufnahmekapazität ist minimiert
Diese sorgt für eine starke Erwärmung des Wassers, was physikalisch die Sauerstoffaufnahmekapazität des Teichs drastisch minimiert. Verschlimmert wird dieses Phänomen durch den extrem niedrigen, wenn auch noch nicht kritischen Wasserstand. Das Hauptproblem liegt im nahezu vollständig zum Erliegen gekommenen Zufluss aus dem speisenden Loemühlenbach. Durch das Ausbleiben von kühlem, sauerstoffreichem Frischwasser kann sich das stehende Gewässer nicht mehr eigenständig regenerieren.
Sprudler mit voller Leistung
Um dem vorzubeugen, laufen beide Sprudler weiterhin mit maximaler Leistung. So soll der Sauerstoffeintrag im verbliebenen Wasserkörper bestmöglich stabilisiert werden. Kurzfristig wird darüber hinaus versucht, den Zufluss aus dem Loemühlenbach geringfügig zu vergrößern. Hierbei wird mit äußerster Vorsicht agiert, um negative ökologische Auswirkungen für den weiteren, unterhalb gelegenen Bachlauf zu vermeiden.
Rinne für besseren Zulauf
Die versandete Fläche unmittelbar hinter dem Zulauf stellt zwar eine wichtige und schützenswerte Aufenthaltsfläche für die lokalen Wasservögel dar, verhindert momentan jedoch das ungehindert Einfließen des spärlichen Frischwassers in den Teich. Hier wird kurzfristig eine Rinne geschaffen, um den Zufluss gezielt zu leiten. Um eine toxikologische Verunreinigung oder anderweitige chemische Belastungen des Wassers als Mitursache absolut auszuschließen, wurde außerdem eine umfassende Beprobung und Laboranalyse des Teichwassers in Auftrag gegeben. Weiterhin wird die Entwicklung in Kooperation mit den Umweltbehörden kontinuierlich durch die städtischen Fachämter beobachtet.