Der Nachmittag bot dabei nicht nur Raum für tiefgründiges Erinnern, sondern auch für den wichtigen Austausch zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft.
Festes Element im Veranstaltungskalender
„Der Veteranentag ist ein zentraler Moment, um von Herzen Danke zu sagen. Wir würdigen damit den Dienst, den diese Menschen für die Gesellschaft und die Sicherheit unseres Landes geleistet haben und weiterhin tagtäglich leisten“, so Thomas Terhorst. Besonders hob er den lokalen Bezug hervor: Auch in Marl und im gesamten Kreis könne man stolz auf das Geleistete dieser Menschen blicken, die oft im Hintergrund agieren. Zukünftig soll der Veteranentag zu einem festen Element im Marler Veranstaltungskalender werden.
Veränderte globale Sicherheitslage
Mit Blick auf die veränderte globale Sicherheitslage – den Ukrainekrieg, die Konflikte im Nahen Osten und weltweite Unruhen – wurde verdeutlicht, dass Krieg in Europa längst wieder zur bitteren Realität geworden ist. Diese „Zeitenwende“ rückt die Bundeswehr mehr denn je in den Fokus der Öffentlichkeit. Es gehe heute nicht mehr „nur“ um Auslandseinsätze zur Stabilisierung weit entfernter Regionen, sondern wieder ganz konkret um die Landes- und Bündnisverteidigung.
Unverzichtbares Rückgrat
In dieser neuen Realität kommt für den Bürgermeister den Reservistinnen und Reservisten eine Schlüsselrolle zu: Sie seien kein „Ruhestandsprojekt“, sondern das unverzichtbare Rückgrat der deutschen Verteidigungsfähigkeit. Als Staatsbürger in Uniform schlagen sie die Brücke zwischen der Bundeswehr und der zivilen Gesellschaft.
„2.000 Meter bis Andrijiwka“
Im Zentrum des gemeinsamen Nachmittags stand die Vorführung des mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilms „2.000 Meter bis Andrijiwka“, der es unter anderem auf die Oscar-Shortlist geschafft hatte. Der Film führt den Zuschauern eindringlich und abseits von abstrakten Nachrichtenmeldungen vor Augen, was Krieg im 21. Jahrhundert bedeutet. Gezeigt wurde der nackte, brutale Überlebenskampf einer ukrainischen Brigade im modernen Graben- und Drohnenkrieg.
Film fordert das Publikum heraus
Der Film forderte das Publikum heraus und setzte sich intensiv mit Kameradschaft, Angst, Pflichtgefühl und den tiefen psychischen Folgen von Kriegseinsätzen auseinander – Themen, die gerade die anwesenden Soldatinnen und Soldaten tief bewegen und miteinander verbinden und bewusst nicht nur der Unterhaltung dienten.