62. Grimme-Preis: Nominierungen stehen fest

Die Nominierungskommissionen des 62. Grimme-Preises haben Anfang Januar getagt und aus mehr als 750 Einreichungen 71 Produktionen und Einzelleistungen für den Grimme-Preis nominiert.

Wie das Marler Grimme-Institut heute mitteilt, gehen insgesamt elf Nominierungen an Privatsender und Streaminganbieter, davon zwei in der Kategorie Information & Kultur, vier in der Fiktion, drei in der Unterhaltung und zwei in der Kinder & Jugend-Kategorie. „Die Nominierungen für den diesjährigen Grimme-Preis spiegeln eindrucksvoll die Vielfalt und Stärke des aktuellen Fernsehjahres wider“, wird die Geschäftsführerin des Grimme-Instituts, Çiğdem Uzunoğlu, in der Mitteilung zitiert.

Gesellschaftliche Themen

Die Nominierungen in den Kategorien Information & Kultur und Fiktion greifen zentrale gesellschaftliche Themen auf – von Rechtsextremismus, Rassismus und DDR-Geschichte über Polizeigewalt, Antisemitismus und Faschismus bis hin zu Wirtschaftskriminalität und Klassismus. Das Kinder- und Jugendprogramm überzeugte durch erzählerische Kreativität, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Lebensrealität junger Menschen sowie innovative Formate, die Orientierung bieten und zum Dialog anregen. In der Unterhaltung zeigen die Nominierten, wie zeitgemäß und gesellschaftlich anspruchsvoll das Genre sein kann, indem sie Humor, Haltung und Originalität verbinden.

Deutliche Kritik

Zugleich übten die Kommissionen deutliche Kritik am Fernsehjahr. Die Kommission Fiktion stellte einen Rückgang an Diversität gegenüber den Vorjahren fest – entgegen einer zuvor positiven Entwicklung hin zu größerer thematischer Vielfalt und mutigem, differenziertem Erzählen. Die Kommission Information & Kultur bemängelte Leerstellen bei zentralen Gegenwartsthemen, insbesondere eine unzureichende Auseinandersetzung mit der Klimakrise sowie Defizite in der tiefgehenden Berichterstattung zur politischen Lage in den USA.

Thematische Vielschichtigkeit

In der Unterhaltung wurden lediglich zehn von 18 möglichen Produktionen nominiert. Fehlender Mut zu innovativen Formaten und mangelnde Diversität blieben auch 2025 zentrale Kritikpunkte. Im Bereich Kinder & Jugend wurde zwar die thematische Vielschichtigkeit begrüßt, zugleich aber eine Unterrepräsentation aktueller Krisen sowie eine zu konfrontative Ausrichtung politischer Formate kritisiert.

Ab dem 31. Januar beraten die Jurys in Marl über die Vergabe der 16 Grimme-Preise sowie weiterer Auszeichnungen. Die Preisträgerinnen und Preisträger des 62. Grimme-Preises werden im März bekanntgegeben.

Alle Nominierungen finden Sie hier:

www.grimme-preis.de/62-grimme-preis-2026/nominierungen

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Heute hat das Grimme-Institut in Marl die mehr als 70 Nominierten für 2026 bekannt gegeben. Foto: Grimme-Institut