Organisiert werden die Marler Frauenkulturtage von der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Kim-Karina Bönte. Beteiligt am bunten Programm sind insgesamt 19 Veranstaltende – darunter Vereine, Parteien, Initiativen und Einrichtungen. „Das Programm der Frauenkulturtage ist bunt und lebendig. Mädchen und Frauen können zusammenkommen, sich austauschen und einander kennenlernen. So entsteht die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen“, erläutert Bürgermeister Thomas Terhorst. „Schön, dass sich so viele engagierte Frauen an der Programmgestaltung beteiligen.“
Kluge Wortspiele und Witz
Den Auftakt im Programm gibt der Poetry-Slam in der insel-Volkshochschule (VHS) mit Rednerin Britta Kah. Mit Texten zu aktuellen gesellschaftlichen Themen legt sie mit einem Augenzwinkern „den Finger in die ein oder andere metaphorische Wunde“. Humorvoll geht es auch am 10. März mit einer Comedy-Lesung „Gegendert wird, was auf den Tisch kommt“ von Anne Vogd im Theater Marl weiter. Erstmalig mit dabei ist das Bildungszentrum Erziehung und Soziales der rebeq GmbH. Neben eigenen Veranstaltungen beteiligt sich das Bildungszentrum auch an einem besonderen Kooperationsprojekt: Am 25. März findet die Veranstaltung „Stark im Job, selbstwirksam in die Zukunft“ statt in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Recklinghausen und dem Verein Friedensweg e.V. Das Angebot richtet sich gezielt an Frauen mit Migrationshintergrund und verbindet Informationen zur Arbeitswelt mit praktischen Impulsen. Auch die Geschichtswerkstatt Marl des Heimatvereins Marl beteiligt sich erstmals mit einer Lesung in der Hülser Fußgängerzone. Vorgestellt werden dort Marlerinnen, die im Stadtgebiet etwas bewegt haben.
Kreativ, kulinarisch und in Bewegung
Im Kalligrafie-Kurs des Vereins Bikult e.V. am 6. März lernen die Teilnehmerinnen die besondere Kunstform des ästhetischen Schreibens kennen. Am 13. März steht ebenfalls bei BiKult ein kulinarischer Abend unter dem Titel „Sarma verbindet“ auf dem Programm. Gemeinsam wird das traditionelle Gericht zubereitet und in geselliger Runde probiert. Wer lernen möchte, wie man Dekorationen und Formen mit Keraflott gießt, kann an einem Kreativworkshop der Familienbildungsstätte (FBS) Dorsten-Marl teilnehmen. Die Städtegruppe Marl von Terre des Femmes lädt am 13. März ein, eine eigene Leinwand zum Thema Weiblichkeit und Stärke zu gestalten. Sportlich wird es am 9. März beim Zumba-Schnuppertraining organisiert von der FBS.
Mutmachgeschichten und Foto-Workshop für Kinder
Die insel-Familienbibliothek Türmchen lädt Kinder zu Vorlese-Aktionen am 17. und 18. März ein, die Mut, Selbstbewusstsein und Rollenbilder thematisieren. Zusätzlich gibt es am 14. März einen Foto-Workshop „Starke Mädchen – Starke Bilder“ für Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren. So lernen die Kids die Portraitfotografie kennen und können am Ende der Veranstaltung ihr eigenes Bild mit nach Hause nehmen.
Nachhaltig leben: Tauschpartys und Energieberatung
Neben der beliebten Kleidertauschparty der Verbraucherzentrale am 14. März findet am auch eine Dekotauschparty der FBS Dorsten-Marl geben. Die Verbraucherzentrale lädt am 26. März zu einer Energieberatung für Frauen ein.
Gesellschaft und Politik
Die Frauenkulturtage 2026 greifen zahlreiche aktuelle gesellschaftliche Debatten auf. Ein Beispiel ist der Workshop „Zivilcourage – Was tun gegen Sexismus und Chauvinismus“ am 7. März im Bildungszentrum der rebeq GmbH. In einer Mischung aus Input, Reflexion, Simulationsübungen und Argumentationstraining geht es darum, wie Diskriminierung und Verachtung sprachlos machen. Die Veranstaltung bietet praxisnahe Methoden, um im Alltag Haltung zu zeigen.
Die politischen Parteien in Marl beteiligen sich ebenfalls wieder am Programm. So veranstaltet die Frauenunion der CDU einen Vortragsabend zu gesundheitlichen Themen mit dem Thema Von Frau zu Frau – Hormone auf der Überholspur“. Die SPD Marl lädt zum Frühjahrsempfang mit der Ausstellung „So anders, so ähnlich: Frauen im geteilten Deutschland“ ein. Bündnis 90/DIE GRÜNEN greifen mit der Diskussion „Antifeminismus – wie äußert er sich und wie schützen wir uns“ ein hochaktuelles gesellschaftspolitisches Thema auf. Die FDP-Frauen setzen mit einer Diskussionsrunde unter dem Titel „Vielfalt ist ein Gewinn – wenn alle Deutsch können“ einen Schwerpunkt auf Bildung, Integration und Chancengerechtigkeit. Ein weiteres Programmhighlight ist der geplante Ausflug des Vereins Frauen helfen Frauen e.V. Gemeinsam wird der Düsseldorfer Landtag besucht.
Gleichberechtigung in der Musikindustrie
Zum Abschluss der Frauenkulturtage widmet sich die insel-Volkshochschule am 26. März einem hochaktuellen Thema: „Zwischen Rockstar-Mythos und #MeToo: Gleichberechtigung in der Musikindustrie“. Die Medien- und Kulturwissenschaftlerin Dr. Sarah Mengede gibt Einblicke in die Lage von Frauen in der Musikbranche.
Anmeldungen ab sofort möglich
Ab sofort können sich Interessierte hier das aktuelle Programm herunterladen und sich für die Veranstaltungen anmelden. Viele der Veranstaltungen stehen auch interessierten Männern offen.